2006/06/29

Hanoi (29.6.2006)


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Wie schon angedeutet, war unsere Reise von Phonsavan nach Hanoi nicht so einfach wie gehofft. An der vietnamesischen Grenze angekommen, was bereits eine mehrstündige Holperfahrt war, wurde schnell klar, dass der Grenzübergang zwar sozialistisch-pompös hochgezogen, aber wirklich SEHR unüblich war: kaum jemand benutzte ihn, schon gar keine Touristen. Da gerade der Zoll Mittag machte, saßen wir erstmal eineinhalb Stunden fest, bevor wir dann auseinander genommen wurden. "No, no drugs - An-Ti-Ba-By-Pills!...'). Als wir Klassenfeinde uns dann als doch nicht so feindlich bewiesen hatten, konnte uns der Zöllner aber dann auch schnell ein Taxi rufen (auf der anderen Seite gab es nicht mal einen Örtchen, von Hanoi-Bussen nicht zu träumen). Um den Preis nicht in die Höhe zu treiben, baten wir zunächst nur um ein Taxi zur nächsten Stadt. Außer Schmiergeld-Hörweite handelten wir mit dem Fahrer dann aber aus, uns noch erheblich weiter zu fahren. Hanoi wollte er beim besten Willen nicht (600km)... also blieb uns nur die nächst liegende Großstadt an der Küste: Vinh - der Ort um den wir eigentlich herum kommen wollten (macht von der Strecke her einfach keinen Sinn, aber es geht wohl nicht anders, in Vietnam geht offenbar alles über den Küstenhighway 1A). Im Endeffekt waren wir dann einfach nur teurer und später dann doch in Vinh und mussten zudem Israel um Geld anpumpen, da kollektiv alle vier ATMs in Vinh ihren Dienst verweigerten... Naja, immerhin putzte in der Nacht Portugal Holland aus dem Rennen - ein kleiner Tost.
Am nächsten Tag, ausgeschlafen (vietnamesische Hotels sind in der Regel sehr gut!), gefrühstückt (vietnamesischer Kaffee ist ebenfalls gut!) und mit frischem Geld auch ohne ATM (VISA macht das Leben leichter!) sah Vietnam schon wieder erheblich freundlicher aus. Wir vier nahmen einen Zug am späten Vormittag nach Hanoi. Sowohl in der Stadt als auch in der Bahn wurden wir mehrfach von Studentinnen angesprochen, die über die ungewohnten Touristen erfreut direkt mal ihr wenig Praxis-erprobtes Englisch austesten und ein wenig über unser Leben ("get information about your home country") erfahren wollten! Nach dem sie anfänglich vor Aufregung zitterten, beruhigten sie sich dann bald, als sie feststellten, dass wir nicht nur "friendly looking foreigners" waren, sondern uns auch wirklich gerne mit ihnen unterhielten. Das war teilweise sehr unterhaltsam: zum Beispiel erfuhren wir, warum sehr viele Frauen in Vietnam mit Atemmaske oder Gesichtstuch auf der Strasse zu sehen sind: weiße Haut ist ein must im Schönheitswettkampf und so wird versucht, jeden Anflug von Teint zu verhindern. Das zwar in ganz Indochina tendenziell auch so, aber nirgendwo ist es mir so stark aufgefallen, wie in Vietnam (zum Beispiel stürmen die Vietnamesen den Strand sobald Wolken aufziehen, kommt die Sonne raus, flüchten sie aus dem Wasser!!). Aber ihr könnt mir glauben, sie war noch erheblich perplexer, dass es bei uns anders ist! Erstaunlich auch für uns, das keine von den Studentinnen wusste, dass Deutschland auch mal geteilt war (?!). Umgekehrt hoffe ich, dass meine Leser aber Süd- und Nordvietnam Bescheid wissen und die Antwort auf meine Fragen, was sie von den Südvietnamesen und der dortigen Entwicklung (wirtschaftlicher Aufschwung trotz Repressionen durch den Norden) halten würden, einschätzen können: "in the north we have a saying: the south is economically blessed, the north ist politically blessed". Richtig gelernt, Genossin! ;) Ohje...
In Hanoi angekommen entschieden wir uns dafür, in der Altstadt, nördlich des Sees eine Unterkunft zu suchen. Nachdem ich vorher kein rechtes Bild von Hanoi hatte, wurde schnell klar: ist sehr schön und gemütlich! Der französische Kolonial-Charme und die Alleen voller Bäume setzen sich klar gegen die kommunistische Einheitsarchitektur durch. Auf den Strassen wird kreuz und quer gefahren (ich schätze auf einen Einwohner kommen etwa 3 Mopeds) - aber es ist alles noch leicht zu handhaben. Nachdem wir in einem kleinen französischen Cafe Zwischenposition bezogen hatten, checkten wir schließlich in einem relativ noblen Hotel ein, dass uns aber mit 10 Dollar pro Nacht noch an der Grenze des Machbaren erschien.
In den nächsten beiden Tagen erkundetem wir die Stadt, die One Pillar Pagode - beziehungsweise deren Nachbau. Die Franzosen haben das jahrhundertealte Original aus purer Missgunst beim erzwungenen Abzug aus Vietnam noch schnell am letzten Tag zerstört (merde!). Die Hauptattraktion Hanois, den einbalsamierten Ho Chi Minh ersparten wir uns... (der gute Mann wollte ausdrücklich niemals so zur Schau gestellt werden, Herrgott, wozu gibt es denn einen letzten Willen? ;)) Dagegen unterzog ich (liebe MPAA: Schande über mich, aber ich bin halt ein armer Filmfan im Banne der Versuchung...) die Piraterie-DVDs (nur 1 Dollar pro DVD!) einer genaueren Untersuchung. Ansonsten verbrachten wir einen Nachmittag in der Ruhe des "Tempel of Literature" (siehe Fotos).
Nachdem wir schnell herausgefunden hatten, dass Vietnam keineswegs teuerer ist als der Rest Südostasiens - nur eben kollektiver den Touristen ein falscher Preis genannt wird... (ca. 2,5- bis 5-mal mehr als normal und vor allem auch in gänzlich untouristischen Ort) entwickelten wir eine ausgeprägte Unlust dagegen, uns von den Vietnamesen abzocken zu lassen. In Thailand und Laos habe wie unser Geld lieber gelassen und zahlten auch gerne eine angemessenen West-Aufschlag... aber es ist einfach unverschämt, wenn jemand, der eh schon der 3fachen Preis im Guten bekommt, dann trotzdem das Wechselgeld nicht ausrücken will! Diesbezüglich hatten Hannah bei einem Cyclo-Fahrer und ich bei einem Baguette-Stand dezente Ausflipper. Sorry Leute, so echt nicht, jedenfalls nicht mit uns. Auch hatten wir in Hanoi unseren ersten Diebstahl-Versuch. Ein Mädel hinten auf einem Moped sitzend versucht Hannah die Umhängetasche abzunehmen, was in Hanoi und Saigon wohl häufiger vorkommt. Das ging aber ziemlich in die Hose: Hannah hielt fest und fast wäre unsere Trickdiebin herunter gefallen!
Trotzdem hatten wir ein gute Zeit in Hanoi und fühlten uns wohl. Nachdem uns alle Langzeit-Vietnam-Reisenden dringend zu einem Besuch in Sapa geraten hatten, entschlossen wir uns, vor der Reise nach Süden (und damit langsam nach Bangkok zurück) noch eine Zwischenstation in den Bergen einzulegen. Der zu diesem Zweck gebuchte "soft sleeper" erwiese sich als äußerst gemütlicher Schlafwagen (richtiges Bett, Klimaanlage...) - kein Vergleich zu den indischen Pritschen und den "Liege"sitzen in den Übernachtbussen.

Daniel

2006/06/25

Vietnam

Phonsavan (25.6.2006)


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Im Bus nach Phonsavan und damit schon auf halben Weg zu einem eher unüblichen Grenzübergang nach Vietnam lernten wir zwei Israelis kennen (was ist denn da das Femininum... Israelinnen?!)... wir konnten hervorragend über die WM fachsimpeln und zudem mit vereinigter deutsch-israelischer Bargaining-Power Preise aushandeln, die sogar Jehova zahlen würde! ;) (man möge mir die kleine Blasphemie verzeihen)
In Phonsavan angekommen zeigte sich recht schnell, dass erwartungsgemäß außer dem "Plain of Jars" nichts zu sehen sein würde: Die Stadt ist eine typisches Provinznest entlang der Fernstrasse. Der historische Stadtkern wurde durch das (damals übrigens offiziell nicht stattfindende) massive US-Bombardement im (eben nicht nur) Vietnam-Krieg zerstört. Die Bombenkrater sind noch en masse zu sehen. Ein Grund dafür, dass gerade hier soviel Bomben vielen, ist, dass sich die kommunistische Guerilla gerne in der Nähe der historischen Ausgrabungen aufhielt, um der Bombardierung zu entgehen... erfolglos.
Die Plain of Jars ist eine Ansammlung mehrerer tausend großer Steinkrüge unbekannten Ursprungs (siehe Fotos). Sie sind in mehreren Gruppen um Phonsavan herum verteilt. Das Alter dieser aus ganzen Steinen gehauenen Krüge wird auf 3000 Jahre geschätzt (ohne organische Substanzen ist die Zeitbestimmung wohl nicht so einfach)... Aber wer und für welchen Zweck sie erschaffen und dorthin gebracht wurden ist bis heute ein Rätsel.
Während unser Guide sie mit der beliebten laotischen Tradition der Gewinnung alkoholreicher Getränke in Verbindung brachte (naja...), waren unsere beiden Kunsthistoriker der Meinung, dass es sich bei den Ansammlungen von Krügen offensichtlich um Grabstätten handeln müsse - auch ohne Knochenfund. Aber wo sind die Überreste der Leichen? Wurden sie eingeäschert? Oder wie bei den Parsen den Vögeln zum Fraß vorgelegt? Welches Volk hat hier gelebt? Und wer hat dafür gesorgt, dass sie es nicht mehr tun? Fragen über Fragen und keine Antworten. Tja ja, wir wissen halt noch längst nicht alles (gell, Mathias?). 8) War auf jeden Fall alles sehr mysteriös.
Da es sowieso im Guide-Programm vorgesehen war, besuchten wir noch ein "old capital" und ein "original tribe village"... wer mich kennt, weiß ja ungefähr wie viel ich von solch organisierten Gruppenfahrten und "authentischen" Zwischenstopps halte. Leider kommt man in Phonsavan nicht um eine organisierte Tour herum, wenn man die Jars sehen will - Vorschrift ist Vorschrift. Wir leben ja immer noch im Sozialismus, da wird dieser fragwürdige westliche Individualismus nicht so gerne gesehen (da blickt ja kein Mensch mehr durch). ;)
Abends buchten wir noch den Lokalbus nach Vietnam, wobei wir uns gegen die Variante des laotischen Direktbusses nach Vinh entschieden und erstmal nur bis zur Grenze fuhren - wir wollten direkt nach Hanoi. Als ich Bedenken anmeldete, dass es möglicherweise aber einfach keinen Bus nach Hanoi gebe wurde basis-demokratisch überstimmt. Als Verfechter von Demokratie und Gleichberechtigung musste ich dass natürlich hinnehmen - wobei meine Erfahrung mich eigentlich lehrte, nicht unbedingt darauf zu vertrauen, dass da "wo ein Highway lang führt, gibt es auch eine Busverbindung" (Norah)... das kann ins Auge gehen (gell, Susi?). Aber gut: selbst wenn man irgendwo strandet, heißt das ja nicht, das man einen schlechten Tag haben muss - und selbst wenn: Deutschland hatte gerade Schweden fachgerecht eingetütet und damit war ich schon mal grundsätzlich gut gelaunt. Allerdings: Die Erfahrung behielt recht... ;)

Daniel

2006/06/22

Nong Khiaw (22.6.2006)


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Die Bootsfahrt nach Nong Khiaw war ein weiterer Höhepunkt in Laos: die Landschaft ist atemberaubend und die einzigen Menschen am Fluss sind die Goldwäscher, die im Sediment ihr Glück suchen. Vielleicht ist ja wirklich der Weg das Ziel: jedenfalls winkten uns Kinder wie Erwachsene freudestrahlend zu, als wir vorbeifuhren. Bei einigen Stromschnellen ist mir vollkommen unklar, wie es unser Bootsmann schaffte, uns dort heil durch zu bringen – aber trotz Kontaktes mit diversen Felsen klappte es irgendwie. Der Tag war sonnig und heiß (Überraschung!) und wir konnten es uns nicht verkneifen, auf halbe Strecke dann doch mal - Hannah zum Entsetzen unserer amerikanischen Mitreisenden und zur Annerkennung Colleens nackt - schwimmen zu gehen. Selbst die Gebirgsflüsse könnten aber noch etwas kälter sein für unseren Geschmack… erfrischend war’s aber auch so.
Unser Ziel war Nong Khiaw, ein Fischerdorf am oberen Flusslauf des Nam Ou. Kurz vor der Ankunft erwischte uns der Regen, so dass wir erstmal auf dem Boot festsaßen. Als wir uns dann auf die Suche machten, stellten sich die Unterkünfte dann als wirklich SEHR rustikal heraus. Selbst die Empfehlung des Lonely Planet hatte eher Zimmer im Stil „Besenkammer“ zu bieten. Wir fanden aber dann doch noch eine akzeptable Hütte, und nachdem Colleen sie etwas aufgezogen hatte („you are exactly like my daughter – mom, it smells funny“), gab sich Hannah auch mit dem etwas müffigen Geruch zufrieden. Dafür war das ganze mit herumlaufenden Hühnern auch wirklich glaubwürdig ländlich. Nachdem wir panikartig unser erstes Restaurant verlassen mussten …wir hatten gefragt, ob es möglich sei das Deutschland-Spiel bei WM zu gucken („yes, no problem“). Aber dann lief das parallele Polen-vs.-Costa-Rica-Spiel („same same!“ – ist doch Fußball)… fanden wir dann doch noch den richtigen Sender in einem Wohnzimmer-Restaurant bei einer laotischen Familie, die die allgemeine Begeisterung über den spätabendlichen Besuch zum Anlass für eine weitere Runde Frei-Schnaps (sehr beliebt!) nahmen. Und dann auch noch gewonnen, sehr gut.
Am nächsten Tag radelten wir zu dritt (ja Familie Rakete, wieder Fahrrad!) den ganzen Tag durch die umgebende Natur. Den Anfang machten Höhlen, in denen die laotischen Kommunisten zu Kriegszeit ihren Unterschlupf hatten. Danach besuchten wir noch zwei Dörfer (die Laoten, vor allem die Kinder freuen sich immer über Farang-Besuch). Trotz akuter Blutegel-Attacke auf den Reisfeldern ein sehr schöner Tag… Nur die Geschichte über die kleinen Mädchen, die aus Armut an Bordelle für vietnamesische Kundschaft verkauft werden, war eher beklemmend.
Am nächsten Tag fuhren wir per Sammeltaxi nach Luang Prabang zurück (damit hatten wir dann einen wirklichen Rundum-Einblick auf das Leben auf dem Land in Laos), wo wir unsere Visum für Vietnam in Empfang nehmen konnten und mit einem größeren Bus nach Phonsavan weiter fuhren.

Daniel

2006/06/20

Luang Prabang (20.6.2006)


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In Luang Prabang angekommen wurden wir zunächst von den Comission Guys „bestürmt“… wobei dies nach Indien doch immer noch relativ dezent abläuft und man nur Fotos mit der Frage „excuse me, do you need a guesthouse?“ bekommt – kein Ärmelziehen ;). Wir entschieden uns, unsere Unterkunft aber dennoch mit noch mehr Ruhe auszusuchen, da sowohl wir, als auch Colleen geplant hatten, etwas länger zu bleiben. Hannah bewachte unser Gepäck in einem Café. Während Hannah die ersten Erfahrungen mit der anscheinend (uns nicht) bekannten laotischen Faulheit machte – drei Anläufe, um eine Flasche Wasser zu bekommen! – klapperten Colleen und ich etwa 10 Guesthouses ab. Die Empfehlungen der Reiseführer waren als eben solche erwartungsgemäß überteuert… wir fanden aber im Jaliyah Guesthouse, das einen wunderschönen Garten und gut ausgestatteten Zimmern für 5 bzw. 6 Dollar hatte eine Unterkunft zum Wohlfühlen für einen Budget-kompatiblen Preis.
Apropos Preise: diese werden in Laos, Vietnam und Kambodscha oft in Dollar angeben, besonders für Touristen, aber oft auch für die Einheimischen. Das geht soweit, dass etwa im größten Supermarkt in Phnom Penh (Hauptstadt von Kambodscha), die Preise nicht etwa in Riel (der Landeswährung), sondern ausschließlich in Dollar ausgedruckt sind. Die Wechselkurse stehen dabei auf der Straße per pi-mal-Daumen fest (in Laos 8000 Kip = 1$, in Vietnam 16000 Dong = 1$, in Kambodscha 4000 Riel = 1$) und man kann problemlos gemischt bezahlen und erhält gemischtes Wechselgeld. Nach anfänglich betontem Widerstand (“I don’t know Dollar, how much DONG?”) gaben wir dann schließlich nach und haben uns seither so sehr an das grüne Geld gewöhnt, dass wir zurück hier in Bangkok (wo ich gerade schreibe) dann schon umgekehrt wieder etwas erstaunt waren, als uns die Rezeption unseres Hotels milde lächelnd mitteilte, dass wir nicht in Dollar bezahlen könnten, sondern in Bath, das sei hier die Landeswährung. Die Dollar-Zone besteht also skurillerweise gerade aus den Ländern, auf die die Amerikaner über die Kriegsjahre hinweg - statistisch betrachtet – etwa 500kg Sprengstoff pro Einwohner abgeworfen haben! Aber Geld stinkt ja nicht – und so ist das offenbar schnell verziehen. Aber was ist denn alternativ mit unserem guten Euro? Nix geht, ich bin europäisch entrüstet!
Luang Prabang entzückt durch die einmalige Mischung aus Dschungel-Umgebung am Zusammenfluss zweier Flüsse, oft gut erhaltenen französischen Kolonialbauten und historischen buddhistische Tempelanlagen. Die ganze Stadt wurde von der UNSECO unter den Schutz eines „Weltkulturerbes“ gestellt. Hannah hüpfte vor Freude durch den Nieselregen und schoss ein Foto nach dem anderen (siehe Fotos… ;)). Der Nachtmarkt ist günstig, sowohl für die üblichen Touristenartikel von T-Shirt bis Opiumpfeife als auch für Lebensmittel (all-you-can-eat am Straßenstand für einen halben Dollar). Mit der Dollar-Zone kommt man gleichzeitig auch in die Baguette-Zone: an jeder Ecke stehen kleine Stände, an denen die Leute Baguette blanko oder mit Belag nach Wahl verkaufen. Danke, Frankreich.
Als einzigen Ausflug starteten wir an einem Tag per Boot zu den weiter Mekong-aufwärts gelegenen recht interessanten Höhlen und später zum Kuang-Si-Wasserfall, etwa 30 Kilometer südlich. Dieser stellt sicherlich eines der Highlights unserer Reise bisher überhaupt dar: Von der Regenzeit gut gefüllt prasselt ein Wasserfall in ein tiefes Becken, an das sich Dutzende verschachtelter natürlicher Becken anschließen, in deren türkisem Wasser man schwimmen kann. Das ganze ist so – fast schon irreal – schön (zumindest bei Sonnenschein, den wir zum Glück hatten), das man sich wie in einem Märchen fühlt. Unsere Begeisterung kannte kaum Grenzen und wir raten jedem: Auf keinen Fall verpassen!
Abends kurz vor dem Hotel holte uns dann doch die Regenzeit noch ein, nachdem sich das Wetter sonst ausgesprochen sonnig gezeigt hatte. Dafür goss es dann aber auch so sehr, dass wir trotz Kamikazespurtes vom Minibus-Taxi zum Hoteleingang (ca. 5m) komplett nass waren (inklusive aller Taschen). „You have waterfall right here!“ lachte unsere Guesthouse-Besitzerin – sehr richtig. Als wir dann in unseren Raum kamen und das Wasser schon kurz vor dem Laptop stand (das war KNAPP!) merkten wir dann schließlich, was den Unterschied zwischen einen „Niederschlag“ in unseren Breiten und einem gnadenlosen Tropenregen ausmacht. Raum gewechselt, Rechner trocken, alles gut – unsere Laune ungetrübt.
In Luang Prabang gibt es eine Reihe von schönen Cafés im Kolonialstil, in denen wir gerne schrieben und lasen - und so blieben wir so lange, wie unser nun etwas knapp gewordener Zeitplan erlaubte. Da wir zumindest noch ein wenig mehr von der Natur im Norden Laos sehen wollten, buchten wir schließlich ein Boot für eine Fahrt einen Seitenarm des Mekongs aufwärts…
Ach, Luang Prabang, seufz...

Daniel

2006/06/15

Mekong (15.6.2006)


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Auf der laotischen Seite der Grenze waren wir dann erstmal froh, dass wir das Ticket vorab organisiert hatten und ich Mathematik-Leistungskurs (Kopfrechnen!) hatte: die Bootsleute verlangten zuviel und das Wechselgeld der Wechselstube stimmte auch nicht. Wie bei allen Grenzen also: Vorsicht! Die Wechselstube hat mir zunächst 1.500.000 Kip (10 Euro) zuwenig zurückgegeben, was mir aber auffiel. Für Colleen, eine Australierin, die wir auf dem Boot kennen lernten und mit der wir später eine Weile zusammen weiterreisten stieg der Bootspreis plötzlich von 12$ auf 22$ an - was sie leider erst zu spät erfuhr.
Trotz dieses Einstiegs machte Laos von Anfang an einen sehr angenehmen Eindruck: Laos ist so gut wie nicht bevölkert (85 Prozent der Landesoberfläche sind ein intaktes Ökosystem ohne Wege und Felder) – und die paar Laoten (5 Millionen auf der Fläche Deutschlands) die es dann doch gibt, sind ausgesprochen freundlich. So hatten wir beim Obstaustausch (Chili-Green-Mango gegen Rambutan) mit den mitfahrenden Laoten auf der Fähre dann auch schon den Abzockversuch verziehen. Die traumhaft süßen Kinder taten ein Übriges…
Die Bootsfahrt von der thailändischen Grenze nach Luang Prabang dauert 2 Tage – mit dem so bezeichneten „Slow Boat“ (das ist jetzt nicht unbedingt der vermarktungstechnisch beste Name, aber ehrlich). Das „Speed Boat“ schafft es an einem Tag, ist aber viel zu schnell und ohrenbetäubend laut unterwegs. Wir brauchten mit dem Slow Boat eine zusätzliche Übernachtung in einem eher unspektakulären Dorf namens Pakbeng. Das Boot ist auf dieser Strecke keine Touristenattraktion: eine Strasse nach Luang Prabang existiert dort nicht. Okay: Man kann theoretisch Richtung Norden fahren (die Chinesen haben sich darum gekümmert, dass Nord-Süd-, sprich China-Thailand-Strassen gebaut wurden) und von dort nach Luang Prabang – aber wer sitzt schon lieber zwei Tage im Bus als im Boot?
Der Mekon führte mit Beginn des Monsuns wieder mehr Wasser, als wir auf ihm fuhren – war aber immer noch zu niedrig für chinesische Transportschiffe, so dass wir praktisch alleine unterwegs waren. Der Mekon ist nicht nur komplett gelb-rot, sondern es liegen auch Unmengen von Felsblöcken im Flusslauf. Das macht die Fahrt an einigen Stellen zu einem komplizierten Unterfangen – trotz der hier üblichen sehr schmalen (dafür langen) Bootsform. Unterwasserfelsen haben schon einer ganzen Reihe von unerfahrenen Speed-Boat-Kapitänen den Gar aus gemacht. Der Flusslauf ist wie eine Fahrt durch die Urzeit: von Menschen ist nichts zu sehen und die wenigen Orte, die es gibt, bestehen aus drei Bambushütten und einer Herde Wasserbüffel, die im Mekong baden. In Laos sieht man noch „Unterentwicklung“ im besseren Sinne: authentische Naturverbundenheit, nicht überbevölkerungsbedingtes Dahinvegetieren.
Der Mekong bietet neben den Wasserbüffeln aber auch den Lebensraum für den größten Süßwasserfisch überhaupt (der Giant Catfish), der in der Nähe unserer Anlegestelle bei Chiang Klong noch vorkommt. Er kommt in keinem anderen Fluss der Welt vor und wird wohl aussterben, da die Chinesen damit begonnen haben, die Felsen im Flusslauf zu sprengen, damit die Transportschiffe ganzjährig fahren können. Weiter südlich im Mekong an den „3000 Inseln“ nahe der kambodschanischen Grenze gibt es die nicht weniger bemerkenswerten weißen Süßwasser-Delphine.
Am Abend des zweiten Tages der anstrengenden Fahrt (Holzbänke, au) erreichten wir schließlich Luang Prabang, nach der Hauptstadt Vientiane die zweit bedeutendste Stadt im Norden von Laos. Auch hier gab es keine Uferpromenade oder ähnliches – und die uns als schön beschriebene Stadt Luang Prabang entpuppte sich als (wunderschönes!) Örtchen von knapp 25.000 Einwohnern. Das entspricht nach unserer Einschätzung nach etwa einem mittleren Wohnblock in Bombay.

Daniel

2006/06/13

Laos

Chiang Klong (13.6.2006)


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Von Chiang Mai aus fuhren wir etwa acht Stunden mit dem Lokalbus über Chiang Rai bis in den äußersten Norden nach Chiang Klong. Der Ort liegt direkt am Mekong und am Rande dessen, was als „Goldenes Dreieck“ zwischen Thailand, Myanmar und Laos bezeichnet wird. Allerdings ist dort nichts spezielles zu sehen – die Bezeichnung verdankt die Gegend dem Opiate-Schmuggel durch den Urwald im Grenzgebiet… verständlicherweise sind dabei keine Beobachter gewünscht. Vor allem asiatische Touristen lassen sich aber gerne zu einem Schild im Dschungel fahren auf dem „Golden Triangle“ stehen, mit dem man sich hervorragend fotografieren lassen kann. Wow!
Chiang Klong liegt in der tiefsten Provinz – aber die moderne thailändische Infrastruktur gibt es auch hier: obwohl wir mitten in der Nacht ankamen, konnten wir direkt beim lokalen Seven Eleven (24-Stunden-Shop-Kette) einkaufen. Ladenschluß ist eine unnötige Geißel der Menschheit. ;)
Eine Thai bot so dezente und freundlich ihr Guesthouse an, so dass wir uns entschieden, ausnahmsweise mal einen Blick zu risikieren. Eine gute Wahl, der Holzbungalow war sehr ordentlich und hatte ein kleine Holzterasse mit direktem Blick aufs andere Mekong-Ufer: Laos! Unsere Gastmutter war etwa in unserem Alter und hatte sich entschieden, ihre Diplom-Informatiker-Karriere in Bangkok abzubrechen und stattdessen lieber ihr Geld in ihrer alten Heimat mit uns Travellern zu verdienen. Ihr Freund war ein sehr netter Franzose (Franzöisch-Polynesien!), der sich wiederum offenbar dafür entschieden hatte, sein Leben lieber mit einer schönen Thai als mit… äh, was auch immer man in Französisch-Polynesien so machen kann… zu verbringen. Ein angenehmer Ort, schade dass wir am nächsten Tag schon weiter fahren mussten.

Daniel

2006/06/12

Chiang Mai (12.6.2006)


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Das Herz Thailands schlägt ja angeblich in Chiang Mai – und durch dieses Image ist es das Touristenziel im Norden Thailands. Im Gegensatz zu Ayuthaya und Sukothai, wo wir praktisch alleine waren, war entsprechend alles voller Farangs. Warum Thais und Touristen einen Chiang-Mai-Besuch als so obligatorisch betrachten leuchtet nicht unbedingt ein, gibt es doch außer dem großen, aber touristischen Nachtmarkt wenige Attraktionen in der Stadt. Der Nachtmarkt ist nicht schlecht, aber in einer Stunde hat man alles gesehen – und wenig davon ist auf Bangkoks Khao San Road nicht sowieso auch zu bekommen. Die Stadt ist süß, aber nicht die schönste Thailands. Man kann die Hill Tribes, die Berg-Urvölker besuchen – das macht aber besser von Mae Hon Son oder Nan aus, wenn man eine authentische Erfahrung sucht. Warum also jetzt genau nach Chiang Mai fahren? Wir wissen es auch nicht. Dennoch blieben wir über eine Woche – wie die meisten anderen auch. Irgendwie war es entspannt… ;)
Zunächst checkten wir im Royal Guesthouse ein. Das klingt jetzt bombastischer als es ist: die Räume waren eher etwas abgerockt und in dezenten Kotz-Grün-Tönen gehalten, und das Hotel lag mitten im Rotlichtviertel - aber die Räume waren „good value“, wie die Traveller sagen. Interessanterweise waren die Preise der Räume abhängig vom Stockwerk: im ersten Stock, der noch recht luxuriös dekoriert war, gab es Räume mit Klimaanlage und Badewanne, im nächsten Stock fiel die Badewanne weg, dann die Klimaanlage, ab dem vierten Stock bestand der Flur nur noch aus Linoleum und Neonlicht. Wir entschieden uns für ein Zimmer im fünften Stock: Unterschied zum vierten ist, dass man „no towel, no toilet paper“ hat, ab dem fünften Stock fällt dann das hot von der hot shower weg usw… Der Preis sinkt von Stockwerk zu Stockwerk um jeweils 1 EUR. Skurrile, aber ehrliche Preispolitik! Mit einem Swimming Pool und einem großen Fernseher im Restaurant, auf dem ich meine DVDs gucken konnte fühlten wir uns aber dort ziemlich wohl.
Den Sonntagsmarkt mochten wir beide gerne: er ist weniger touristisch und falls man sich müde gelaufen hat, kann man sich die Füße massieren lassen und dabei aus einem komfortablen Sessel das Treiben beobachten. Zudem gibt es einen Haufen von Essensständen, bei denen man sich zu Kleinstpreisen eindecken kann. In Chiang Mai scheint es eine kleine deutsche Enklave zu geben: es gibt ein „Haus München“, eine „Bierstube“ (mit „Leberwurstbrot“ als Spezialität des Tages) und sogar ein „Hofbräuhaus“. In letzterem gönnten wir uns original (!) Sauerbraten bzw. Rolladen und lernten auch prompt ein paar andere Deutsche kennen. Die beiden waren Ärzte (Professor und Sohn) und gerade aus Luang Prabang in Laos gekommen, wo die Universität Münster eine Kooperation hat. Am nächsten Tag luden uns die beiden (liebe Grüße!) zu einer „Safari Tour“ ein. In Erwartung, die lokale Tierwelt in den Bergen zu sehen fuhren wir vier los. Allerdings entpuppte sich die Safari Tour als Fahrt durch einen neu-eröffneten, schönen, aber konventionellen Zoo! Wir wurden also an weißen Tigern, Elefanten, Zebras und Giraffen vorbeigefahren. Die Tiere waren in Freigehegen gehalten, die ihnen teilweise ordentlichen Auslauf gewährten. Wir hatten auf jeden Fall einen unterhaltsamen Nachmittag!
Die Tage verflogen in Chiang Mai und wir verbrachten viele Abende vor Filmen („The Fog Of War“ ist sehr zu empfehlen!) oder Fernsehen (Eröffnung der Fußball-WM – Kloooose!). Eine Tag vor der geplanten Abfahrt entschieden wir uns beide dann doch noch, Anzüge schneidern zu lassen. Die Preise sind in Thailand zwar relativ höher als in Vietnam (Hoi An), dafür kann man sich auf professionelle Qualität verlassen. So lies ich mir einen Boss-Anzug (nach-)maßschneidern. Meine Mutter bot sich natürlich sofort an, meinen ersten (! – ja, trotz meiner Sakkosammlung besaß ich bisher keinen) Anzug zu übernehmen – was ich dankbar annahm (danke schön, Mama! ). Das Ergebnis seht ihr auf dem Titelfoto.
Shopping ist sowieso ganz groß in Chiang Mai (ich meine, nicht wie Bangkok, da kommt halt nichts ran…) Für Inga besorgte wir noch einige Masken, die sie sich gewünscht hatte. Nachdem ich alle üblichen Bargaining-Tricks „come on, ist your Kings 60th anniversary, we send all our friends to you, we are poor students with five children, sorry - I reeeeeally cannot pay more…” usw. blabla angewandt hatte, kamen wir dann zum Schluss noch auf einen halbwegs vernünftigen Preis. ;)
Eine kleinere unrühmliche Einlage in Chiang Mai war meine Mittelohrentzündung (vermutlich wegen nassen Haaren nach dem Swimming Pool in Verbindung mit Ventilator), die sich erst nach fünf Tagen und dem zweiten Antibiotikum legte – wer mich kennt, weiß, dass mir das wegen meines sowieso schon existierenden Ohrgeräuschs überhaupt nicht passt. Aber da war nichts mehr zu machen. Präventiv willigte ich ein, dass Hannah mir – zur Begeisterung der Thaimädels unseres Hotels – mir an einem der Filmabende im Hotel die Haare auf gut die halbe Länge schnitt (kurze Haare trocknen schneller).
Nachdem wir dann letztlich 10 Tage Chiang Mai ohne einmal Trekking, Rafting, Ridding, Mountainbiking oder sonst ein so sportliches Gerundium verbracht hatten, brachen wir mit dem Lokalbus Richtung Chiang Klong am Mekong und damit zu Grenze von Laos auf. „Bye Bye, Chiang Mai“ - wie ein Thai-Pop-Titel so schön sentimental sagt.

Daniel

2006/06/03

Sukothai (3.6.2006)


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In Sukothai folgten wir zunächst der Masse der Traveller – zumindest laut Reiseführer, denn es war ja dank Nebensaison alles leer – und suchten uns eine Unterkunft in New Sukothai, wo es vor Guest Houses geradezu wimmelte. Zwar war unser Guest House Ban Thai günstig und sehr freundlich – dennoch wurde uns nicht klar, warum eigentlich alle dort absteigen, wo doch im 20 Kilometer entfernten Old Sukothai die eigentliche Attraktionen sind. So fuhren wir mit dem Songthaew („Zwei Reihen“ = Pick-Up-Sammeltaxi) nach Old Sukothai und quartierten uns im Old City Guesthouse ein, das sonst eher von thailändischen Wochenendausflüglern angesteuert wird. Eigentlich ein schönes Guesthouse – nur leider schafften sie es dort, unsere abgegebene Wäsche zu ruinieren, ärgerlich.
Sukothai hat wie Ayuthaya einen sehr sehenswerten Historical Parc, den wir per Fahrrad erkundeten (Fotos). Sukothai ist die ältere der beiden alten thailändischen Hauptstädte. Die Architektur ist teilweise den Khmer nahe, hat aber auch ganz eigene Elemente („Sukothai-Stil“). Hauptsehenswürdigkeit ist der große sitzende Buddha am Nordende der Stadt. In der Sukothai-Zeit wurde übrigens auch die verschnörkelte thailändische Schrift entwickelt.
Insgesamt ist der Sukothai Historical Parc mit seinen Tempeln und Wasserflächen ein schöner und ruhiger Ort – jedoch bleibt dennoch Ayuthaya unser Favorit, da dort alles noch etwas lebendiger, authentischer und abwechslungsreicher ist.
Von meinem Plan, noch den wohl großartigen, aber mitten im Wald liegenden Wasserfall bei Um Phang zu besuchen nahmen wir mit Blick auf den anstrengenden Weg (5 Stunden per Bus noch mal nach Mae Sot an die Grenze, dann 5 Stunden per Pick-Up nach Um Phang und dann 5 Stunden zu Fuß zum Wasserfall…) und dem doch schon fortgeschrittenen Datum Abstand. Stattdessen nahmen wir einen Bus nach Chiang Mai, dem Touristenziel überhaupt im Norden Thailands.
Erwähnenswert ist noch, dass zur Zeit unseres Besuchs der Monsun große Teile Nordthailands, insbesondere um Sukothai herum unter Wasser gesetzt hatte (Fotos). Auch die Straßen Sukothais standen unter Wasser – was aber kein Auto abhielt… fast alle schafften es auch durch die Fluten. Das eigentlich große Drama (rund 120000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen) spiegelte sich aber nicht unbedingt in der Stimmung der Thais wieder: die meisten paddelten gut gelaunt durch die Fluten oder versuchten ihr Glück als Fischer in dem Fluss, der sonst die Hauptstraße bildet. Für den gemeinen Thailänder scheint wie für den Kölner zu gelten: „et küt halt wie et küt“ (sometimes have, sometimes no have).

Daniel

2006/05/31

Myawaddy (31.5.2006)


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Da unser 30-Tages-Thailand-Visum auslief, mussten wir einen „kurzen Abstecher“ nach Myanmar (vormals Burma) unternehmen.
Die politische Lage in Myanmar steht nicht gerade zum Besten: sozialistische Militärdiktatur, die demokratischen Aktivisten sind im Gefängnis oder unter Hausarrest – da gibt es schöneres. Thailand beherbergt eine Menge burmesischer Flüchtlinge (ich erinnere mich da an den Film „Rangoon“, falls jemand mehr darüber wissen will). In der Grenzregion zu Thailand gibt es zudem immer wieder Gefechte zwischen dem Militär und Milizen der unterdrückten Karen und anderer Minderheiten.
Um die burmesische Regierung nicht mit unserem Geld zu unterstützen, strichen wir Myanmar frühzeitig von der Liste möglicher Reiseziele. Für eine Visumsverlängerung war es dann aber doch im wörtlichen Sinne nahe liegend. Wir checkten kurz mit unserem Gepäck in New Sukothai ein, nahmen dann aber mehrere Lokalbusse bis Mae Sot nahe der Grenze, wo es nur noch per Motorrad weiterging.
An der noch nicht so besonders lange geöffneten Grenze (Thai-Burmese-Friendship-Bridge, na ja) angekommen, reisten wir erstmal aus Thailand aus – und ließen uns von unfreundlichen Beamten 10 EUR Strafe pro Person für einen Tag Visums-Überzug abknöpfen (in Bangkok wurde groß per Poster verkündet, 2 Tage Überzug wären kostenlos, aber gut: „no here Bangkok, here Mae Sot!“ - Blutsauger). Auf der burmesischen Seite war dann noch einmal soviel fällig für ein Ein-Tages-Visum. Mehr als ein Tag macht auch wenig Sinn: man darf nämlich von Myawaddi nicht etwa weiter ins Landesinnere reisen. Nach den 5 Metern Myanmar (von der Einreise zur Ausreise), einem Blick auf die bemitleidenswert armen Burmesen und zurück über die Brücke wieder in Thailand gab es dann immerhin die nächsten 30 Tage Thailand umsonst – hurra! Wir erwischten jeweils den letzten Bus in Thailand und schafften es trotz der in der Sukothai herrschenden Flutkatastrophe abends noch zurück zum Hotel in Sukothai.
Viel Spannendes gibt es von diesem Tag also nicht zu berichten. Außer vielleicht, dass wir auf den Fahrten die Hörbuch-Fassung von Patrick Süßkinds „Das Parfüm“ zu Ende hören konnten – welche ich hier uneingeschränkt empfehlen möchte. Ich habe gerüchteweise gehört, Tom Tykwer verfilmt den Roman dieses Jahr… hoffe das stimmt! Und wie wäre es mal mit einem neuen Süßkind-Roman, hm?

Daniel

2006/05/30

Myanmar

Ayuthaya (30.5.2006)


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In Ayutthaya hatten wir ein unheimlich süßes Guesthouse. Für 5 Euro schliefen wir in einem sehr sauberen und mit frischen, weißen Laken bezogenen Bett in einem wunderschönen alten Holzhaus im Thai-Stil. Zwar hatten wir kein eigenes Bad, aber – wie meine Mutter sagen würde (liebe Grüße!) – man konnte vom Boden essen, so sauber war es. Die Tatsache, dass mich Sauberkeit einmal so begeistern würde, hätte ich vor Indien vermutlich auch nicht gedacht.
Ayuthaya war nach Sukothai und vor Bangkok einmal die Hauptstadt Thailands und dementsprechend mit Tempeln gut ausgestattet. Unzählige Ruinen und erhaltene Tempelanlagen reihen sich um die Stadt herum und im Zentrum des Ortes liegt ein wunderschön angelegter Historikpark, den wir noch nicht besichtigt haben, da wir davon ausgehen, mit Daniels Familie im Juli noch einmal dorthin zu fahren.
Wir liehen uns Fahrräder und fanden Erlösung von der Hitze einzig und allein im Fahrtwind. Aber die Mühe war es wert! Mit dem Rad umrundeten wir die ganze Stadt und besichtigten fast jeden Tempel. Die Gegend ist sehr flach und so war es nicht soo schlimm, auf diesen Gurken von Rädern durch die Gegend zu touren. Wir haben extra noch ein Foto von mir auf dem Rad geschossen, da meine Eltern die Story sonst nie glauben würden…ich freiwillig auf einem Fahrrad! Auch Daniel gab eine nicht unwesentlich sportliche Figur ab: die Sättel viel zu tief, der Fahrradrahmen im Ganzen viel zu klein, der Lenker ebenfalls zu niedrig und alles noch zusätzlich mit einem Körbchen verziert – herrlich! J
Die Tempel zeigten in Anlehnung an Angkor die ganze erhaltene Baupracht der Khmer, die die Umgebung noch einmal wesentlich exotischer erscheinen läßt! Viele der riesigen Buddhafiguren waren noch erhalten und mancher Tempel erschien uns in seiner noch fast gänzlich erhaltenen Form wie ein gerade gelandetes UFO. Ich weiß, mit diesen unsachlichen Bemerkungen erreiche ich nicht gerade die Doktorwürde und meine Professoren fielen rückwärts vom Hocker, würden sie dies lesen, aber: sie lesen es ja nicht - hehe! J
Abends sind wir auf den berühmten Nachtmarkt, auf dem sich anscheinend das ganze Dorf abends zum Essen trifft, gegangen und haben das Gleiche getan: gegessen. Diese Märkte sind in ganz SO-Asien verbreitet und neben den lokalen Köstlichkeiten, hier vor allem Gegrilltes, Meeresfrüchte, Fisch, Obst, Milkshakes, Süßigkeiten etc., kann man auch Klamotten, nachgemachte Handtaschen (Louis Vitton, D&G, Burberry, alles aus echtem Plastik, aber nicht zu verwechseln mit den wirklich gut nachgemachten Fake-Taschen aus Leder, die es in den Läden zu kaufen gibt), Schmuck, Schuhe und anderen Klimbim kaufen. Die Größen sind eher asien-orientiert, Schuhe bis Größe 38, Klamotten nur in S, M und XS…, aber Gucken macht ja auch Spaß!
Am nächsten Tag haben wir uns noch einmal die Räder im Guesthouse ausgeliehen und sind zu einer Elefantenfarm am Rande der Stadt gefahren. Da ich an jenem Tag großes Heimweh hatte und zu nichts motiviert war, bedurfte es Daniel einiges an Überredungskunst, mich auf den Drahtesel zu setzen. Als wir aber dort angekommen waren und ich die ersten Elefanten-Babies erblickt hatte, konnte er mich dort überhaupt nicht mehr wegkriegen! Die waren unglaublich süß! Und soo klein und tollpatschig – ein Wunder, dass diese süßen kleinen Kreaturen irgendwann einmal zu solchen Riesenviechern heranwachsen!
Am Anfang hatte ich erst einmal großen Respekt vor den großen Tieren, aber dann erblickten wir kleine Naschtüten, die man gegen eine kleine Spende an die Tiere verfüttern konnte und wagte mich ein bisschen näher heran. Ich war so sehr in das Füttern der kleinen Elefanten – aus sicherer Entfernung – vertieft, dass ich mich wirklich sehr erschreckte, als Daniel plötzlich sagte: „Dreh Dich mal um!“. Hinter mir stand eine riesige Elefantenkuh – ohne Zaun dazwischen, die mit ihrem Rüssel neugierig das Futter in meiner Hand erschnüffelte. Gott, war das Tier groß! Ein Mann saß auf ihrem Nacken und lockte uns beide näher an das Tier heran – so entstand das nette Elefantenfoto, auf dem der Elefant seinen Rüssel so grazil in die Luft schwenkt. Danach traute ich mich auch näher an die kleinen Babies ran. Man konnte sie sogar richtig in den Arm nehmen und so wie alle kleinen Säugetiere waren auch diese sehr verspielt und streckten uns aufgeregt ihren Rüssel entgegen. Das hat meine Laune auf jeden Fall an diesem Tag gerettet! Abends sind wir dann noch in ein nahe gelegenes Restaurant essen gegangen, in dem es „echte“ Beefsteaks gab. Auch ein Pluspunkt für diesen Tag!
Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Bus, der ziemlich super war, in den Norden nach Sukothai.

Hannah

2006/05/27

Bangkok II (27.5.2006)


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Seltsamerweise freute ich mich wieder richtig auf die Stadt! Zwar war es inzwischen fast unerträglich schwül und der Beton der Stadt speicherte die Hitze unermüdlich, aber dennoch hat Bangkok etwas angenehm Leichtes an sich. Das Leben erscheint einem dort freundlich und leicht und vermutlich hatte ich in Donna’s Guesthouse schon so etwas wie ein Zuhausegefühl entwickelt… Auf den Inseln musste ich immer wieder sehr viel an meine Freunde in Deutschland denken, die ich so sehr vermisste. Außerdem fiel es mir in der letzten Zeit immer schwerer, die Dinge richtig aufnehmen und genießen zu können. Zwar hatte ich mir immer wieder verschiedenen Aufgaben geschaffen, unendlich viel Bücher gelesen und sogar wieder zu malen angefangen, aber wie mein Freund Ralf mir schon vor Monaten prophezeite, schrie alles in mir nach einer richtigen Aufgabe und ich zerging immer wieder vor Heimweh – und das in einem Tropenparadies wie Thailand! Toll!
Jedenfalls verbrachten wir ein paar gemütliche Tage in Bangkok, aßen gut, gingen gleich zweimal ins Kino (Da-Vinci-Code – sehr enttäuschend und völlig albern, leider, und Poseidon, peinlich anspruchsloses Popkornkino mit sagenhaftem Unterhaltungswert – wow!). Die Kinos liegen im MBK-Center am Siam Square und sind mit unseren morbiden Filmanstalten nicht zu vergleichen! Hightech, wohin man blickt, Dolby Surround bis zum Anschlag und Popkorn bis der Arzt kommt für zwei Personen 1,80 Euro. So macht Kino Spaß! (Wie machen die das???)
Im gleichen Einkaufscenter und auf der Khao San musste ich meiner Shopping-Lust dann doch ein bisschen Platz machen und investierte fröhlich in ein paar Kleider, Handtaschen, unzählige T-Shirts und Tops, Flip Flops, Sonnenbrille, Hosen, Röcke etc. und hatte am Abend nach einem ganzen Tag Um- und Ausziehen und hartem Verhandeln nicht mehr als 40 Euro ausgegeben! (Wie machen die das???) Hui, ging es mir danach gut! Des Weiteren haben wir dann noch einen ganzen kompletten Tag damit verbracht, unseren Lieben zuhause ein paar Überraschungen zu kaufen, was fast noch mehr Spaß und uns oft zum Lachen gebracht hat! Aber mehr will ich hier nicht verraten…
Kulturell ist Bangkok bei diesem Besuch nicht so gut weggekommen, aber das wollten wir im Zuge unseres nächsten Reisezieles mit einem Male ändern: wir packten unsere Sachen, gaben einen Riesensack bei der Gepäckaufbewahrung ab und setzten uns in einen Zug Richtung Norden. Eineinhalb Stunden später erreichten wir Ayuthaya.

Hannah

2006/05/22

Ko Tao (22.5.2006)


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Nach einer weiteren verregneten Überfahrt ins Taucherparadies Ko Tao suchten wir von Anfang an nach einem ruhigeren Ort und wurden an der Südwestspitze der Insel schnell fündig. Hier konnten wir uns ein bisschen regenerieren und mal tief durchatmen. Die Insel ist von einem völlig anderen Tourismus geprägt und die meisten Urlauber waren zu dieser Jahreszeit entweder etwas ältere Herrschaften aus Europa oder tauchwütige Deutsche und Engländer in unserem Alter oder ein bisschen älter. An der Westküste befindet sich der touristische Hauptstrand, den wir direkt nach unserem Einkauf (Obst, Mückenspray…) hinter uns ließen. In unserem Ressort bekamen wir für unser mageres Geld eine tolle Hütte mit einem richtigen Bett und einem gekacheltem Bad! Von einer großen Terrasse aus konnten wir in den nächsten Tagen die zahlreichen Gewitter beobachten. Auch, wenn es zunächst einmal sehr gemütlich war, fehlte uns doch ein bisschen der Sonnenschein am Strand. So wechselten wir die Küste und fanden in einer Hütte im Osten der Insel erneut Unterkunft. Zwar war diese Hütte nicht halb so schön wie die erste und auch noch ein ganzes Stück teurer, aber dafür hatten wir endlich den Strand vor unserer Nase, von dem wir die ganze Zeit geträumt hatten (hätten sie nicht im Hintergrund schon wieder gebaut – aber man kann nicht alles haben…).
Das Wetter war in den nächsten Tagen nicht wesentlich besser, aber wir verbrachten Stunden schnorchelnd im Wasser, da wir eines der schönsten Riffe direkt vor der Nase hatten! Es war traumhaft! Man war keine zwei Meter im Wasser und die Fische kamen bereits auf einen zu geschwommen – in allen Farben und Größen! Daniel sah sogar eine Riesenschildkröte und einen kleinen Hai, als er ein paar Mal alleine hinausgeschwommen war. Ich dagegen rettete mich mit jedem ersten Sonnenstrahl an Land und züchtete eine Menge Sommersprossen.
Im Wasser sahen wir außerdem einen großen Stachelrochen (nur einen Meter von uns entfernt!) und ganze Seeigel-Kolonien! Ich überlegte, einen Tauchkurs zu machen, da diese dort ausgesprochen preiswert sind, dachte mir aber, dass ich dies auch noch im Juli, wenn Daniels Family hier ist, machen kann. Vielleicht will dann ja noch jemand mitmachen… (???)
Nach fünf Tagen wurde das Wetter leider immer noch nicht besser und unsere eigentlichen Pläne, auch noch an die Andamanen-Küste im Westen Thailands zu fahren waren somit erst einmal zunichte. Zwar buchten wir noch die Tickets auf die andere Seite der Halbinsel, aber am Festland angekommen, entschieden wir uns, zurück nach Norden zu fahren, der Grund war folgender: wir hatten die Nachtfähre nach Surat Thani gebucht, die uns in jener Nacht neun Stunden (!) über stürmische Riesenwellen bugsierte, so dass man wirklich Mühe hatte, sich auf seinem Schlafplatz zu halten. Diesen Schlafplatz muss man sich nicht etwa wie ein richtiges Bett in einer abgetrennten Zelle vorstellen. Nein, man liegt dicht an dicht mit ca. 50 anderen Mitreisenden auf zu beiden Seiten eines Ganges ausgelegten Matratzen. Unglücklicherweise lag neben mir (mitunter auch auf mir!) eine dicke Thai, die auch noch betrunken war und sich schon zu Beginn der Fahrt durch das (zum Glück!!!) hinter uns angebrachte Fenster entleert hatte. Das Boot ächzte unter der Kraft des Seegangs und während der Fahrt sah ich immer wieder Leute mit dem Kopf über Bord hängen. Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe, aber anscheinend hatte ich bei unserer Ankunft auf dem Festland dann doch ein bisschen geschlafen. Da zu dieser Zeit des Jahres der Süd-West-Monsun über Thailand hinwegfegt, konnte man mit Sicherheit davon ausgehen, dass sich die Lage für uns auf der südlichen Westseite des Landes nicht wesentlich bessern würde und nachdem man uns auch immer wieder davon abgeraten hatte, buchten wir unser Ticket um und fuhren erst einmal wieder zurück nach Bangkok, um nach ein paar Tagen unsere Tour in den Norden und nach Laos und Vietnam anzutreten.

Hannah

2006/05/15

Ko Pha-Ngan (15.5.2006)


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Natürlich ist es uns höchst unangenehm, dass wir als erste Station das Möchte-gerne-Party-Paradies gewählt haben (wie durchschnittlich wir doch sind!). An dieser Stelle bin ich es Daniel wohl schuldig, zumindest kurz zu erwähnen, dass er sich nur meinetwegen auf diese Wahl eingelassen hatte. Zu diesem Zeitpunkt schrie in mir alles nach einer guten Party und ich erhoffte mir, diese auf der doch so sehr dafür bekannten Insel zu finden. Nach drei abstinenten Monaten in Indien freute ich mich auf ein paar gekühlte Flaschen Wein und ein gediegenes Strandleben.
Danach, so versprach ich Daniel, würden wir umsiedeln auf ruhigeres Territorium in Form von einsamer Insel. Hoch und heilig versprochen!
Schon auf der Fähre war uns klar, dass wir den Altersdurchschnitt um einiges erhöhten (das war doch früher immer anders!!!). Der Durchschnitt lag wohl bei 22 Jahren und 2,5 Promille. Nun ja, wir trugen es mit Fassung und schaukelten als erstes Ko Samui entgegen, das in eine dicke Regenwolke gehüllt war. Herzlich willkommen!
Als wir auf Ko Pha-Ngan ankamen, war auch dort leider das Wetter nicht besser und auf dem Pick-Up, der uns zum auserwählten Strand bringen sollte, erlebten wir eine schöne tropische Dusche. Pitschnass erkundeten wir - weiterhin im Regen - den Strand und die Umgebung und entschieden uns spontan für einen anderen Ort. Zwar lag vor uns das schönste Korallenriff (sagte man), aber das Ressort erschien mir sehr ausgestorben (Regenzeit). Somit verschlug es uns nach längerem Hin und Her an eine etwas ruhigere Bucht nördlich von Hat Rin („Party-Central“) namens Hat Yuan. Da dieser Ort nicht mit dem Auto zu erreichen ist, mieteten wir ein Taxiboot (trotz eines Abzocke-Preises von 2 Euro pro Person). Dort angekommen kletterten wir über die wunderschönen Felsen, die die Bucht säumten, den Berg hinauf und suchten nach einer freien Bambushütte. Da die berühmt-berüchtigte Full-Moon-Party bevorstand, waren die etwas schöneren (und leichter erreichbaren, ich dachte dabei nur an das Ende der Party…) Hütten bereits vergeben und so bezogen wir die absolute Aussiedlerhütte hoch oben am Hang des letzten Ressorts, die dafür aber einen tollen Ausblick über die Bucht hatte. Für umgerechnet 3 Euro pro Nacht hatten wir eine Schlafpritsche mit Moskitonetz und eine Art Veranda mit Hängematte – alles war aus Bambus gemacht. Wir fühlten uns wie Robinson Crusoe und beschlossen, die nächsten Tage erst einmal dort zu verbringen. Am Fuße des Hangs befand sich ein sehr gutes Restaurant, das sich zu unserer Überraschung ab 22h zu einer Bar mit einem weitestgehend guten Musikgeschmack entpuppte. Dort fiel noch am gleichen Abend eine Horde betrunkener Kanadier ein, mit denen wir eine kleine Party feierten.
Schon am nächsten Tag sehnte ich mich ein bisschen nach etwas anspruchsvolleren Leuten, aber das behielt ich zunächst einmal für mich. J
Wir verbrachten mehrere Tage an den umliegenden Stränden, wobei die weiter im Norden liegenden Strände die empfehlenswerteren waren, da dort alles noch ein bisschen naturbelassener war und niemand baute. Leider leidet auch Thailand sehr unter dem Mallorca-Sydrom und an jedem schönem Strandabschnitt werden Touri-Bungalows hochgezogen (zumindest keine Wohn-Silos).
An einem Tag unternahmen wir eine Bootstour um die Insel, wo wir an einem der tollsten Riffs schnorcheln konnten. Zum Schluss besuchten wir noch einen kleinen Wasserfall und holten uns hunderte von Mückenstichen im Dschungel. Alles in allem war der Tag eine willkommene Abwechslung zu den übrigen faulen Strandtagen, an denen wir uns eine fette Bräune holten. (Mein Gott, sahen wir knackig aus!J)
Am Samstagabend war es dann soweit und wir bereiteten uns auf eine lange Nacht vor…
Mit Markus aus Deutschland, den wir im Ressort kennen lernten, machten wir uns auf den Weg ins Party-Getümmel. Schon vom Meer aus (wir mussten ja wieder mit dem Boot nach Hat Rin fahren) hörten wir laute Bässe und sahen die kleine Stadt unter Leuchtreklamen zusammenbrechen. Am Strand versammelten sich tausende von Partywütigen, alle bereit für die Nacht der Nächte…so sah es zumindest aus. Leider mussten wir feststellen, dass die einst so beliebte Party sich zu einem absolutem Touri- und Mainstream-Event entwickelt hatte. Besoffene Engländer rannten tatsächlich mit Eimern durch die Gegend, hübsche Prostituierte standen an jeder Ecke (wo bitte kommen die alle her auf so einer kleinen Insel???) und die verschiedenen Bässe der nebeneinander liegenden Lokale versuchten einander zu übertrumpfen, was zu einer völligen Übersteuerung der Anlagen führte. Dennoch gaben wir uns alle Mühe, unsere Party-Stimmung nicht unterkriegen zu lassen und suchten uns den fettesten Bass des Strandes, wo wir einige Stunden tanzten. Eine Zeit lang stiefelten wir mit einigen Thais aus Bangkok, die wir dort kennen lernten, umher, verloren sie aber wieder in den Menschenmassen. Um fünf Uhr morgens (schon!) fanden wir uns völlig fertig auf unserer Decke am Strand wieder. Daniel schlief schon mehrmals ein und ich hatte echte Mühe, ihn auf ein Boot und sicher in unsere Hütte zu kriegen. Demzufolge endete der angebrochene Tag im sinnlosen Nichtstun am Strand.
Das war die Full-Moon-Party auf Ko Pha-Ngan! Zumindest wissen wir nun, wovon alle immer so begeistert waren. Und wären unsere Kölner Feier-Jungs (Hallo Dragan! Hallo Tobi!) dabei gewesen, hätten wir mit Sicherheit nicht so schnell schlapp gemacht!
Nach dieser anstrengenden Aktion (wir waren echt nix mehr gewohnt!) wollten wir beide weg vom Party-Getümmel. Ich konnte nicht einmal mehr die Anwesenheit von Betrunkenen oder anderweitig berauschten Leuten ertragen und so buchten wir zwei Tickets auf die Insel Ko Tao, die ein Stück weiter im Norden liegt.

Hannah

2006/05/08

Bangkok (8.5.2006)


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Schon am Flughafen Delhi hatten wir genügend Gelegenheit, uns an die bevorstehende Umgebung Südostasiens zu gewöhnen, checkten doch für den gleichen Thai-Airways-Flug nach Bangkok ca. 100 buddhistische Mönche vor unserer Nase ein… (Foto!)
Nachdem sich unser Flug um die in Indien offensichtlich üblichen 45 Minuten verspätet hatte, konnte es nun endlich losgehen! Zur Zeit unseres Abfluges hatte ich die Nase von Indien so was von gestrichen voll, dass ich es nun kaum mehr erwarten konnte, bald auf einer Luftmatratze im Inselparadies hin- und herzuschaukeln.
Als wir in Bangkok zur Landung ansetzten, erlebten wir zunächst einmal einen Kulturschock der etwas anderen Art: weit und breit waren keine Slums, kein Dreck, keine Kühe und auch keine anderen Katastrophen zu erblicken! Statt dessen gepflegte Strassen (man erinnere sich, wir kamen aus Indien), riesige Parkanlagen und ein makelloses Rollfeld. Verwirrt betraten wir das Flughafengebäude. Niemand bedrängte uns, in ein Taxi zu steigen, niemand zog an meinen Klamotten und keine Menschenseele interessierte sich dafür, in welchem Hotel wir absteigen würden. Es war erschütternd!
Auch vor dem Gebäude keine wartende Menschenmenge, keine seltsamen Gerüche, die auf Überbevölkerung hindeuteten und keinerlei Gefahr in Form von Tretminen. Fröhlich und höflich begrüßte uns die Dame am Ticketschalter für den Bus, der uns in die Innenstadt bringen sollte. Wir waren nun vollends misstrauisch. Pünktlich (!) erschien der mit einer Klimaanlage ausgestattete Bus und niemand fragte nach Trinkgeld oder behauptete, man müsse für jedes Gepäck einen Aufpreis zahlen.
Über einen gewaltigen Highway fuhren wir vorbei an futuristischen Hochhäusern und anderen gewaltigen Highways zur berüchtigten Khao San Road, dem Traveller-Treffpunkt der Welt und „Party Central“, wie unsere amerikanischen Mitreisenden sagen würden.
Völlig übermüdet machten wir uns auf die Suche nach einem preiswerten Guesthouse und wurden auf der gegenüberliegenden Seite der Khao San hinter dem Tempel fündig, zumindest für die ersten zwei Nächte.
Nachdem wir erst einmal richtig ausgeschlafen hatten, machten wir uns auf die Suche nach Essbarem und wurden auf der Khao San (wo soll es anders sein am ersten Tag?) schnell fündig. Nach einem Im-Stehen-Padthai und einem der berüchtigten Pancakes wären wir eigentlich perfekt fürs Shopping gewappnet gewesen, aber Daniel ermahnte mich mit bösem Blick: wir mussten stark auf unser Budget achten und hatten einen strengen Sparplan entworfen, dem nun auch ich zu folgen hatte. Wie ein Junkie lief ich in den nächsten Tagen an den tollen Klamottenläden vorbei. Dabei war doch alles sooo billig, eigentlich…
Jedoch muss ich zugeben, dass ich bereits am ersten Abend dann doch eine wunderschöne Halskette aus herrlich kitschigem Plastik abgestaubt hatte. Wir freundeten uns noch am ersten Abend mit den thailändischen Studis an, die ihre selbst gebastelten Schmuckstücke und T-Shirts auf der Strasse verkauften. Auf der Khao San trifft sich abends einfach alles: die Bangkoker Jugend, alle Touris von 5 bis 85, besoffene Engländer in Massen, Künstler, Musiker, Obstverkäufer, Marktverkäufer, Bar-Gänger aller Art, später die Prostituierten in Scharen und auch massenhaft Lady-Boys, die mindestens so einen atemberaubenden Hüftschwung drauf haben wie ihre Kolleginnen. Nach ein paar Bier in der Menge beschlossen wir, uns mit den Thais ins Bangkoker Nachtleben zu stürzen – auf ihre Art, auf Thai sozusagen. Sie stopften uns in ein Taxi und wir fuhren durch halb Bangkok (für umgerechnet 1 Euro) zu einer Art abendlichen Vergnügungspark mit mehreren Straßenrestaurants, ein paar Bars und einigen Großraumdiskotheken. Am Eingang einer dieser Diskos schallte uns der schlimmste Thaipop entgegen, zu dem die Hälfte aller dort Anwesenden mitzugrölen schien und eine Dame in kurzem Rock führte uns an „unseren Tisch“. Nix mit an der Bar anstehen und so! Von wegen! Für umgerechnet etwa 8 Euro schafften wir es, uns und auch unsere sechs Freunde völlig betrunken zu machen – wie machen die das? Man stellte uns direkt bei unserer Ankunft eine Flasche Thai-Whisky und ein paar Alibi-Colas auf den Tisch und los ging’s! Nach nur einer halben Stunde fanden Daniel und ich uns Arm in Arm mit den Thais wieder, Thai-Popsongs mitgrölend und nicht wirklich mehr Herr der Dinge. Am frühen Morgen schnappten wir uns alle ein Taxi und ließen uns zum Hotel zurück chauffieren. Nach ein paar Stunden Schlaf fühlten wir uns erstaunlich fit und hatten kaum einen hang-over zu beklagen… Am nächsten Tag packten wir unsere sieben Sachen und siedelten um in Donna’s Guesthouse, einer kleinen, aber feinen Pension auf der anderen Seite der Khao San (hinter Burger King). Hier war es sehr preiswert, sehr sauber und die Zimmer erschienen mit ihrem dunklen Holzboden weniger cheesy als alles andere, das wir gesehen hatten. Sehr zu empfehlen!!!
Den Rest des Tages verbrachten wir mit gutem Essen (Thai-Curry!!!) und einer langen Thai-Massage, die es gleich um die Ecke für 3,50 pro Std. gab – aahhhh!
Die nächsten Tage waren sehr schwül und wir mussten uns nach der trockenen Hitze Indiens tatsächlich erst einmal daran gewöhnen. Ich bin in den ersten Tagen in Bangkok wohl bestimmt viermal am Tag duschen gegangen – kein Scherz!
Wenn uns die Hitze und die Feuchtigkeit nicht umhaute, besuchten wir unter anderem den Tempel am Königspalast (Wat Phra Keow), den liegenden Buddha aus Gold im Wat Po (Wahnsinns-Wandmalereien!) und die Einkaufszentren am Siam Square, die wir mit einer Bootstour über die Klongs (Kanäle) erreichten. Ich hätte definitiv auf die letzten H&M-Einkäufe in Deutschland verzichten sollen! Ärger! Es war tatsächlich alles soo billig! Und nach fast drei Monaten in Öko-Klamotten-Indien war ich völlig ausgehungert, was Shopping angeht. Na ja, war wohl erst mal nur Gucken angesagt. Daniel hielt den Kostenplan immer sehr genau nach.
Im Großen und Ganzen kann man nicht behaupten, dass Bangkok eine besonders schöne Stadt ist. Sie verfügt außer der Tempel kaum über antike Bausubstanz und überall ragen die modernen Betontürme der durchschnittlichen asiatischen Stadt in die Höhe. Es gibt zudem kein richtiges Stadtzentrum, kein „Downtown“, wo man sich zum Kaffeetrinken oder dergleichen trifft wie in europäischen Städten. In der Nähe der Bahngleise und der Flüsse erstrecken sich gelegentlich einige Armenviertel mit eher notdürftig zusammengeschusterten Häusern, die aber nicht mal im Ansatz mit denen in Indien verglichen werden könnten. Bettler sieht man nur sehr wenige auf den Strassen und man hat das Gefühl, dass es in Thailand auch niemand so schlecht gehe, dass er auf der Strasse leben müsse. Das Leben findet hauptsächlich in den Strassen statt, was angesichts der hohen Luftverschmutzung Bangkoks (nicht zu vergleichen mit Delhi oder Kalkutta natürlich) eher fragwürdig erscheint. Trotz des Großstadt-Flairs wird auf der Strasse gekocht, gegrillt, gegessen, gelebt. Das Besondere für jeden Thailand-Reisenden wird wohl immer wieder die Art der Thais sein, dem Fremden in den meisten Fällen mit einem Lächeln oder einem Kompliment das Gefühl zu geben, er sei der begehrenswerteste Mensch auf Erden. Zwar mag der ein oder andere dies als oberflächlich bezeichnen (manchmal erlischt das Lächeln beim Abwenden und gefriert zu Stein, im Falle eines Nicht-Kaufs an einem der Straßenstände zum Beispiel), passt man sich jedoch diesen Gepflogenheiten an, wird man schnell feststellen, dass es sich auf diese Weise doch sehr viel leichter lebt und man die ein oder andere Schwierigkeit oder einen Konflikt auf diese Art und Weise besser meistern kann. Die Thais hassen laute Auseinandersetzungen und jede Form der Unhöflichkeit und so wird ein striktes „Nein“ doch hin und wieder mit einem verschmitzten Lächeln ausgedrückt. Wer es dann immer noch nicht begreift, ist es wirklich selber schuld!
Eine weitere angenehme Tatsache ist, dass die angegebenen Preise auf den Märkten, in den Läden und sogar in den großen Einkaufszentren nicht der Realität entsprechen und nur ein Dummer die gefragte Summe begleicht. Alles (!) ist Verhandlungssache und wenn man höflich, aber bestimmt (mit einem Lächeln und gerader Körperhaltung zum Beispiel…) bleibt, öffnen sich einige Türen, die zuvor mit Stahlseilen verriegelt waren. Im Schnitt kann man davon ausgehen, dass ein Drittel bis die Hälfte eines angegebenen Preises (besonders bei Tuk-Tuk-Fahrten) dem eigentlichen Kaufwert entspricht. Daniel ist ein faszinierender Händler und nach einigen Anfangsproblemen, die wohl auf Schüchternheit beruhten („…man kann doch nicht die armen Thais in den Ruin treiben…“), kann ich behaupten, in seine Fußstapfen getreten zu sein. Dennoch gilt: nicht unverschämt werden! Es bedarf einiges an Feingefühl, dem Gegenüber nicht auf die Füße zu treten. Fängt der Händler mit einem absurd hohen Preis an, kann man mit einem Augenzwinkern ebenfalls einen viel zu niedrigen Preis anbieten.
Nach einer Woche (man bleibt verflucht schnell kleben in dieser Stadt!) wollten wir nun doch endlich man los in den paradiesischen Süden des Landes und buchten – nach Indien völlig Party-ausgehungert – zwei Tickets per Bus und Boot auf die Insel Ko Pha-Ngan im thailändischen Golf.

Hannah

2006/05/01

Thailand

INDIEN/NEPAL (6.2.-1.5.2006)


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Unsere Reiseroute seht ihr auf der Karte (Anfang in Bombay).

Hier noch ein paar Tipps, fuer andere Indien-Reisende:

Unser Favoriten:
1. Andaman Inseln
2. Hampi (Karnataka)
3. Varanasi
4. Jaisalmer (Rajasthan)
5. Backwaters (Kerala)

Guenstige Inlandsfluege (mit ansteigendem Preis):
Air Deccan
http://www.airdeccan.net/airdeccan/home.asp
Jet Airways
http://www.jetairways.com/
Kingfisher Airlines
http://www.flykingfisher.com/
Air Sahara
http://www.airsahara.net/s2v1/

Bahntickets lassen sich ueber das Netz reservieren und ausdrucken:

Indian Railway Booking
http://www.irctc.co.in/

man braucht nur die kryptischen Stationskuerzel dafuer:

Railway Stations in India
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_railway_stations_in_India
http://www.irctc.co.in/Popular_stations.html

Die Schlafwagen zweiter Klasse (2 SL Class) haben das beste Preis-Leistungsverhaeltnis.

Als Mobilfunkanbieter empfehle ich AIRTEL wegen landesweiter Verfuegbarkeit.

Rupien in Indien wechseln! (sowohl beim Ein- als auch beim Ausreisen guenstiger!)

Viel Erfolg! :)

Daniel

2006/04/30

Agra (30.4.2006)


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Endlich war es dann soweit! Seit Kindertagen hat Daniel davon geträumt! Es schien, als wäre es das heilige Ziel unserer Reise! Das Taj Mahal!

Schon bei der Einfahrt in den Bahnhof Agra –Fort wird man mit Architektureindrücken nur so überhäuft! Eine vergleichbare Version des Roten Forts in Delhi ragte neben den Schienen empor.

Wir verstauten unser Gepäck im Cloak-Room des Bahnhofs und nahmen eine Rikscha zum touristischsten Ort ever!
Nachdem wir zahlreiche Möchte-gerne-Führer wie Fliegen und zum Teil unter Körpereinsatz abgeschüttelt hatten, reihten wir uns ein in die langen Schlangen (Männer und Frauen natürlich ganz brav voneinander getrennt), die zunächst durch einen Scurity-Check führten. Da Daniel dem Kontrolleur ein Zweierticket (für sich und seine „Frau“ natürlich) unter die Nase hielt, hatte ich Glück und wurde aus dem kreischenden und mich mit sonderlicher Neugier anstarrenden Haufen Weiber gerissen, um mit ihm zusammen eintreten zu können. Überraschenderweise waren die wenigsten Menschen Ausländer, das Bild war hauptsächlich geprägt von indischen Großfamilien.

Wir hatten uns offensichtlich den besten Tag für diese Besichtigung ausgesucht: es war nach Angaben der Zeitungen 46 Grad warm und weit und breit war kein Windlüftchen zu registrieren. Unsre T-Shirts waren innerhalb weniger Minuten von Schweiß durchnässt, da es auf dem Gelände des Tajs so gut wie keinen Schatten gibt. Dennoch war der Anblick toll! Und Daniel freute sich sehr, endlich einen seiner Höhepunkte der Reise verzeichnen zu können. Mit den Massen drängten wir uns dann in den Innenraum, der jedoch, obwohl er aus reinem Marmor bestand, keinerlei Kühlung vermittelte. Der Marmor war zu heiß, um sich darauf zu setzen. Toll Waren sie Marmor- und Edelstein-Intarsien und die schlanken Schriftzeichen der Koransuren, die sowohl das Äußere als auch das Innere des Gebäudes zierten. In der Mitte des Mausoleums befand sich der hoch verzierte Sarg der geliebten Frau des Maharajas, der dieses Weltwunder für sie erbauen ließ.

Auf dem Weg zum Ausgang erteilte mir dann ein Inder eine kleine Sittenlektion, da ich auf einer Parkbank meinen Schal für ein paar Minuten gelüftet hatte. Nachdem er und sein Freund mir reichlich in den (eigentlich nicht vorhandenen) Ausschnitt gestarrt hatten, wollten wir die beiden mit einem ironischen „Hallo!“ darauf aufmerksam machen, dass man das weder in Indien noch in Deutschland so mache. Daraufhin erklärte mir der Mann, er könne nichts dafür, da er es nicht gewohnt sei, dass eine Frau „nur“ mit T-Shirt und nicht mit Schal bekleidet sei. Ausserdem fände er Frauen bedeckt doch viel schöner! Warum schaut er dann nicht seine eigene Frau an!!!???

Abends nahmen wir den Zug Nach Delhi, checkten dort in unser Wongdhen-House im tibetischen Viertel (kein Geglotze!) ein und schliefen dem nächsten Tag entgegen, der uns Bangkok schon ein bisschen näher brachte. Am Abend nahmen wir ein Taxi zum Flughafen und stiegen zu meiner Belustigung mit einem ganzen Haufen freundlich lächelnder, in orange gekleideter Mönche in unser Flugzeug. Auf ging’s ins Land des Lächelns!

Hannah